Faszien­distorsions­modell

Bowen Therapie
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Ein Konzept aus der Osteopathie

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) – benannt aus dem lateinischen Fascia für Bündel – und Distorsio für Verdrehung & Verrenkung«, ist ein Konzept aus der Osteopathie. Es wurde von dem 2006 verstorbenen US-amerikanischen Notfallmediziner und Osteopathen Stephen Typaldos im Jahr 1991 vorgestellt. Ursprünglich nannte er seine Methode Orthopathie (als Brückenschlag zwischen Orthopädie und Osteopathie) – später entschied er sich für die Bezeichnung Fasziendistorsionsmodell.

Überall auf der Welt wird inzwischen über die Bedeutung, Wirkungsweise und Aufbau von Faszien geforscht, seit 2008 gibt es regelmäßige Faszienkongresse. Wichtigster Vertreter in Deutschland ist der Biologe Dr. Robert Schleip von der Universtät Ulm.

Typaldos wollte bei seinen Patienten, die unter den unterschiedlichsten medizinischen Diagnosen litten, stets wiederkehrende Muster in der Art der Beschreibung der Beschwerden, sowohl bezüglich der Wortwahl als auch in Bezug auf die Körpersprache erkannt haben. Er vermutete dahinter sechs spezifische Fasziendistorsionen, also „Störungen innerhalb der Faszien des Bewegungsapparates“, die zu weltweit reproduzierbaren Beschreibungsmustern führten, da sich jede der sechs Distorsionen unterschiedlich anfühle. Vertrauen auf die Eigenwahrnehmung der Menschen sei die Grundlage des neuartigen Diagnoseverfahrens und die Basis jeder FDM-Behandlung.

Im Wesentlichen beruht die Diagnostik auf Anamnese, Körpersprache (wesentliches Diagnostikum) und Klinik. Die Behandlung ist manuell, also mittels spezifischer Handgriffe.

Die behandelbaren Störungen

  • Triggerband

    Verdrehung, Aufspaltung oder Kalzifizierung der (bandartigen) Faszienschicht

  • Kontinuum Distorsion

    Verschiebung der Gewebe in der Übergangszone zwischen zwei unterschiedlichen Gewebearten – beispielsweise Sehne und Knochen

  • Hernierter Triggerpunkt

    »Protrusion von Gewebe aus einer tieferen Gewebsschicht durch eine darüberliegende Faszienschicht«

  • Zylinder Distorsion

    Überlappungen der zylindrischen Windungen der oberflächlichen Faszie

  • Falt Distorsion

    Verdrehung der Faltfaszien an Gelenken, intermuskulären Septen und interossären Membranen. Je nach Hergang der Verdrehung wird hierbei in Ein- und Entfaltdistorsionen unterschieden

  • Tektonische Fixation

    Verlust der Gleitfähigkeit einer Faszienfläche, sowie Quantität und Qualität von Synovialflüssigkeit